Exploits: IT-Sicherheitslücken als Einfallstor für Internetkriminelle!

17. Okt 22

Exploits: IT-Sicherheitslücken als Einfallstor für Internetkriminelle!

Meltdown, Spectre, Shitrix, Log4Shell, BlueKeep, PrintNightmare, Log4j: Die Liste neuer, aber ebenfalls bekannter IT-Sicherheitslücken vergrößert sich von Tag zu Tag. Ernst wird es allerdings erst, wenn solche von Internetkriminellen für kriminelle Zwecke missbraucht werden. Ein mehrfach hierfür eingesetztes Werkzeug sind Exploits. Als „Brecheisen“ oder „Dietrich“ helfen sie den Angreifern dabei, in ein IT-System, Betriebssystem oder Netzwerk einzudringen und hier erheblichen Schaden anzurichten. Was sich unter jener Angriffsmethode verbirgt, welche Arten es gibt und wie Sie sich und Ihr Unternehmen vor diesen beschützen können, erfahren Sie in den folgenden Abschnitten.

Die Bedrohungslage durch Internetangriffe hat sich progressiv verschärft. Belastend kommt hinzu, dass die Angriffsmethoden eine stärkere Professionalisierung, technische Fortentwicklung sowie wirtschaftliche Entfaltung erleben – und dadurch erheblich an Schlagkraft gewinnen.
Aktuellsten Studienergebnissen von SoSafe zufolge hat im vorangegangenen Jahr jedes dritte Unternehmen einen erfolgreichen Internetangriff erfahren. Außerdem sagen drei von vier der Betriebe aus, dass sich die Angriffslage durch Homeoffice und hybride Arbeitsmodelle zugespitzt hat.

Auch wenn heute im Minutentakt brandneue Angriffsformen entwickelt werden, sind Internetkriminelle zur Ausbreitung von Malware, Ransomware und Co. auf Sicherheitslücken und Schwachpunkte in Hardware-Produkten sowie Software-Lösungen angewiesen.
Um ebendiese ausfindig zu machen, bauen sie auf sogenannte Exploits.

Was versteht man unter Exploits? Exploits: Eine Definition!

Unter dem Oberbegriff „Exploit“ wird zum einen ein Computerprogramm mit ausführbaren Daten sowie Codezeilen verstanden, mit welchem IT-Sicherheitslücken sowie IT-Schwachstellen aufgezeigt und ausgebeutet werden können. Zum anderen eine bloß theoretische Detailbeschreibung einer IT-Schwachstelle.

Generell stellen „Exploit-basierte“ Angriffe eine immense potente Angriffsform für Internetkriminelle dar, um bösartige Programmierungen einzuschleusen, weiterführende Zugriffe zu bekommen wie auch Datendiebstahl oder ähnliche illegale Aktivitäten zu machen. Dennoch können Exploits ebenfalls im Rahmen von legitimen Sicherheitsüberprüfungen eingebaut werden, um etwa eine Computersoftware oder Netzwerkkomponente auf beliebte Sicherheitslücken abzuchecken. Ferner lässt sich durch Exploits die Performanz von Sicherheitsupdates oder Patches verifizieren.

Die Infektionsmethoden von Exploits!

Mittlerweile gibt es unterschiedlichste Wege, auf denen Exploits auf die Hardware, Software oder Netzwerkkomponente gelangen können. Zwei dieser geläufigsten Formen sind „Drive-by-Download“ und „Drive-by-Exploits“.

  • Drive-by-Download: Bei dem „Drive-by“-Download findet eine Infizierung beim Herumsurfen auf einer eigens dafür präparierten Webseite statt – ohne dass die Opfer etwas davon merken. In vielen Situationen kommen dabei komplette Exploit-Kits zum Gebrauch. Diese beinhalten eine Sammlung unterschiedlicher Exploits für viele unterschiedliche Ziele etwa für PDF-Reader oder aber Webbrowser wie Firefox.
  • Drive-by-Exploits: Bei einem Drive-by-Exploit werden die Opfer bewusst infiziert. Dabei werden die Exploits über Dateien in E-Mail-Anhängen, auf USB-Sticks oder externen Festplatten verteilt.

Wie laufen Angriffe mit Exploits ab?

Eine Attacke mit Exploits läuft in der Regel in einigen Steps ab.

  1. Sicherheitslücken finden: Im ersten Step muss die ausnutzbare IT-Schwachstelle gefunden werden. Hierzu benutzen die Bedrohungsakteure die „Drive-by-Download“ oder die „Drive-by-Exploits“-Methode, um die Exploits auf ihre Zielsysteme zu bringen. Sobald sie auf den IT-Systemen verankert sind, suchen sie nach angreifbaren IT-Sicherheitslücken bzw. IT-Schwachstellen.
  2. Schadcode ablegen und Programmfluss umleiten: Sobald die Exploits eine geeignete IT-Schwachstelle gefunden haben, positionieren diese einen Schadcode, welcher den normalen Programmfluss auf den manipulierten Code leitet.
  3. Aktiv werden und Malware nachladen: Dieser aktive Schadcode ist dann in der Position, die Funktionen des gekaperten IT-Systems und die allgemein zugänglichen Betriebssystem-Funktionen aufzurufen. Auf diese Machart sammelt der Exploit zum Beispiel Auskünfte über das System und kann zusätzlichen Schadcode, etwa eine Ransomware, einen Banking-Trojaner oder andere Malware aus dem Internet auf das IT-System nachladen.

Welche Arten von Exploits gibt es!

Abhängig von der verwendeten Angriffsart wie auch den temporären Aspekten lassen sich Exploits in unterschiedliche Typen unterteilen:

  • Zero-Day-Exploits: Zero-Day-Exploits sind vermutlich die populärste sowie gefürchtetste Form von Exploits. Hierbei dreht es sich um eine bemerkte Sicherheitslücke, die dem Anbieter der Software oder Hardware noch nicht bekannt ist. Diese kann daher höchstens erst beim allerersten Angriff auf ein System entdeckt werden. Weil der Produzent zunächst einen Patch für das Exploit erzeugen muss, bekommt der Angreifer mehr Zeit, um eine größere Anzahl von IT-Systeme zu verfälschen oder größeren Schaden anzurichten.
  • Remote ausgeführte Exploits: Remote-Exploits zielen auf Schwachstellen der Netzwerksoftware und benutzen manipulierte Datenpakete für ihre Angriffe.
  • Denial-of-Service-Exploits: Denial-of-Service-Exploits, auch bekannt als DoS-Exploits, führen keinen speziellen Programmcode auf den angegriffenen Systemen aus, sondern initiieren eine Überanstrengung der Benutzung.
  • • SQL-Injection-Exploits: Webanwendungen, welche auf Grundlage von SQL-Datenbanken deren Funktionen durchführen, sind möglicherweise über SQL-Injection-Exploits angreifbar.
  • • Command-Execution-Exploits: Anhand eines Command-Execution-Exploits wird der Code vom Eindringling gesteuert und mit weitreichenden Rechten auf einem kompromittierten System umgesetzt.

Maßnahmen zum Schutz vor Zero-Day-Angriffen

IT-Sicherheitslücken sind eine der größten Schwierigkeiten für die IT-Sicherheit. Um Exploit-basierten Angriffen möglichst wenig Angriffsmöglichkeit zu geben, können IT-Verantwortliche dafür sorgen, dass sie die aktuellsten Software-Updates sowie Sicherheitsupdates auf ihren IT-Systemen wie auch Anwendungen installiert haben. Jene beseitigen die IT-Sicherheitslücken und stellen sicher, dass diese IT-Systeme vor schon vertrauten Angriffsmustern geschützt sind. Exploits, welche ihre Angriffe über das Internet durchführen, lassen sich in den meisten Fällen mit dem Einsatz von innovativen Firewall-Lösungen der nächsten Generation oder Intrusion-Detection sowie Intrusion-Prevention-Lösungen unterdrücken.

Fazit: Schlagen Sie Internetkriminelle mit ihren eigenen Waffen!

Die steigende Zahl kritischer IT-Sicherheitslücken sowie die damit verbundenen Exploit-Angriffe werden auch in Zukunft eine unvermeidbare Gefahr sein. Umso entscheidender ist es für Betriebe, die IT-Infrastruktur über eine mehrschichtige IT-Sicherheitsstrategie mit wirksamen Techniken zur Exploit-Abwehr und IT-Sicherheitsschulungen zum Thema zu schützen. Denn nur so lassen sich Risiken sowie Folgeschäden eines Exploit-Angriffs erheblich verringern.

Möchten auch Sie Ihre IT-Systeme und Geschäftsanwendungen mit leistungsstarken Lösungen zur Exploit-Abwehr absichern? Oder haben Sie noch weitere Fragen zum Thema? Sprechen Sie uns an!

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