Zero Trust: Kein Produkt und keine Technologie!

1. Aug 22

Zero Trust: Kein Produkt und keine Technologie!

Internetangriffe zählen heutzutage zu den umfangreichsten Geschäftsrisiken weltweit. Längst haben Internetkriminelle Methoden entdeckt, die klassischen Perimeterschutzmaßnahmen wie beispielsweise VPN-Tunnel, Firewall-Mauern oder Login-Tore zu überwinden, mit dem Ziel sich inkognito in Unternehmensnetzen aufzuhalten. Aus diesem Grund bauen immer mehr Firmen in Sachen IT-Sicherheit auf einen guten Zero-Trust-Ansatz. Was sich genau hinter dem neuen Konzept Zero Trust verbirgt, welche Annehmlichkeiten die Implementierung eines passenden Modells offeriert und auf was es bei der Anpassung ankommt, erfahren Sie in dem nachfolgenden Blogartikel.

Die beachtliche Digitalisierung von Geschäftsabläufen, die dezentrale Nutzung neuer IT-Systeme und die stärkere Entwicklung von einer traditionellen hin zu einer immer mehr cloudbasierten IT-Infrastruktur bieten zwar entscheidende Vorzüge für die Firmen, maximieren jedoch auch die Gefahr vor unbefugten Zugriffen und kriminellen Machenschaften.

Mittlerweile vergeht kein einzelner Tag, an dem nicht über einen folgenreichen Internetangriff berichtet wird.
Erschwerend kommt dazu, dass immer mehr IT-Sicherheitsvorfälle durch Angestellte als besagte „Innentäter“ ausgelöst werden.

Bloß in den Jahren 2020 wie 2021 wurden, einer aktuellen Studie des Digitalverbandes Bitkom entsprechend, in 61 % der von Diebstahl, Spionage sowie Sabotage betroffenen Unternehmen die Schädigungen durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgelöst – und das mit voller Absicht.

Von der Perimeter-Sicherheit zur Zero Trust Sicherheit!

Längst haben Firmen gesehen, dass jener Bedrohungslage mit herkömmlichen und perimeterbasierten IT-Sicherheitskonzepten nicht mehr beizukommen ist. Anstelle bedarf es neuer IT-Sicherheitskonzepte, die sich effektiver an ebendiese Vielschichtigkeit der aktuellen Arbeitsumgebung anpassen.

Und exakt da fangen Zero-Trust-Modelle an.

Im Gegenteil zu den alten „Burg-und-Wassergraben“-Modellen, die annehmen, dass jegliche Nutzungen, Endpunkte sowie Benutzer im Rahmen des eigenen Netzwerks seriös sind, wird beim identitätsbasierten Zero-Trust-Modell grundsätzlich allem misstraut – sowohl innerhalb als auch außerhalb der Unternehmensgrenzen. Dadurch ergibt sich die Forderung nach einer speziellen und sorgfältig inszenierten Segmentierung des gesamten Unternehmensnetzwerks. Zudem muss jegliche Zugriffsanforderung authentifiziert und wirklich jede Netzwerk-Session verschlüsselt werden, bevor sie vollzogen werden kann.

Der Zero-Trust-Ansatz stellt im Vergleich zu herkömmlichen perimeterbasierten IT-Sicherheitskonzepten einen Paradigmenwechsel dar, dadurch, dass es alle Geräte, Dienste und Anwender gleichbehandelt und durch exakte und kontinuierliche Authentifizierung, Beaufsichtigung und Verschlüsselung das IT-Sicherheitsrisiko für Unternehmensnetze sowie Unternehmensanwendungen minimiert und neben externen Bedrohungen ebenso innere Gefahrenpotenziale verhindert.

Zero Trust: Die Vorteile im Überblick!

Zero-Trust-Modelle stehen bei stets mehr Firmen hoch im Kurs.
Inzwischen haben 82 Prozent der Firmen, laut der Umfrage „Wachstum von Homeoffice treibt Investitionen in Zero Trust an“ von Ping Identity, Zero Trust-Maßnahmen eingeführt oder erweitern diese.

Die Vorteile einer Zero-Trust-basierenden Sicherheitsstrategie sprechen für sich.

Außerdem profitieren Firmen durch:

• Kontrolle über die gesamte IT-Landschaft: Die Aspekte einer Zero-Trust-basierenden Sicherheitsstrategie ermöglichen Unternehmen eine sehr großflächige Überprüfung über die IT-Landschaft. Sie brauchen sich keine Gedanken mehr über einen eventuellen Verlust der Kontrolle außerhalb des Unternehmensnetzwerks machen.

Gleichbehandlung aller Anwender, Dienste und Endpunkte
Da der Zero-Trust-Ansatz auf dem Grundprinzip basiert, keinem Anwender, Endpunkt oder Service in und abseits des Unternehmensnetzwerkes zu glauben, wird es für Firmen einfacher, für die nötige IT-Sicherheit zu garantieren und gleichzeitig sicherzustellen, dass jegliche Zugriffsanforderungen gleichbehandelt werden.

• Maximale Sicherheit für die gesamte IT-Landschaft
Weil der Zero-Trust-Ansatz auf starken Authentifizierungsmaßnahmen sowie Verschlüsselung beruht, können Unternehmen stets ein hohes Maß an Sicherheit gewährleisten – unabhängig von Umgebung, Plattform oder Dienst.

• Effektiver Schutz gegen Malware und Angreifer
Mit der Mikrosegmentierung haben Eindringlinge nach einem erfolgreichen Eindringen nicht mehr Zugriff auf das ganze Netzwerk. Sie können vielmehr nur noch auf eine sehr geringe Anzahl von Systemen zugreifen, auf die der kompromittierte Nutzer Zutritt hatte. Darüber hinaus wird die Vertrauenswürdigkeit von authentifizierten Anwendern kontinuierlich hinterleuchtet, sodass eine unerwünschte Kompromittierung weiterhin eingeschränkt wird.

Implementierung von Zero Trust in Ihrem Unternehmen!

Die Strategie, anhand welcher Zero Trust implementiert werden kann, fällt je nach der Infrastruktur und den Vorstellungen von Unternehmen verschieden aus. Es gibt weder den einen Ansatz noch die eine richtige Zero-Trust-Technologie für Zero-Trust. Effektive Zero-Trust-Strategien basieren auf einer Kombination bestehender Sicherheitstechnologien und Sicherheitsansätzen für eine präzise Gefahrenabwehr.

Dazu gehören unter anderem:

• die Multi-Faktor-Authentifizierung, kurz MFA
• das Identity and Access Management, kurz IAM
• das Privileged Access Management, kurz PAM
• die Netzwerksegmentierung
• das Least-Privilege-Prinzip
• die Governance-Richtlinien.

Oftmals verfolgen Firmen einen programmatischen Schritt-für-Schritt-Ansatz, welcher etliche oder alle der folgenden Handlung umfasst:

  1. Die zu schützende Oberfläche definieren:

Unternehmen sollten die bedeutensten geschäftskritischen Ressourcen in ihrem kompletten Unternehmensnetzwerk ermitteln und potenzielle IT-Schwachstellen und auch Sicherheitslücken sichtbar machen, die ein potenzielles Einfallstor für Internetbedrohungen sind. Mit diesen Informationen können sie Zugriffssicherheit zum Schutz der geschäftskritischen Ressourcen umsetzen. Mit der Zeit können sie den Schutz auf weitere Benutzer und Anwendungen im Unternehmen, in der Cloud, auf dem Endpunkt und in der ganzen DevOps-Pipeline ausweiten.

  1. Mehrstufige Authentifizierung für geschäftskritische Ressourcen implementieren

Die Art und Weise, wie im Firmennetzwerk auf schützenswerte Ressourcen zugegriffen wird, determiniert, wie diese gesichert werden sollten. Hierbei gilt es, Transaktionsabläufe im Unternehmensnetzwerk zu scannen und darzustellen, um festzustellen, wie unterschiedliche Komponenten mit anderen Ressourcen im Netzwerk agieren. Diese Flussdiagramme zeigen, an welcher Stelle mehrstufige Authentifizierungsmaßnahmen eingeführt werden müssen.

  1. Die Endpunktsicherheit stärken

Bekommt ein böswilliger Eindringling oder Insider Zutritt auf privilegierte Anmeldedaten, erscheint er als vertrauenswürdiger Benutzer. Das macht es anspruchsvoll, Bewegungen mit hoher Gefahr zu entdecken. In Kombination mit Lösungen zur Endpoint Detection and Response, kurz gesagt EDR, Virenschutz/NGAV, Anwendungspatching und Betriebssystem-Patching können Unternehmen die Gefahr von Angriffsversuchen durch die Führung und Sicherung von Privilegien auf Endpunktgeräten reduzieren. Über die Tatsache hinaus sollten sie Beschränkungsmodelle einführen, die nur unter speziellen Bedingungen bestimmten Anwendungen vertrauen, die von bestimmten Accounts durchgeführt werden. Dies führt dazu, die Gefahr von Ransomware sowie Code-Injection-Angriffen einzudämmen.

  1. Den privilegierten Pfad überwachen

Durch regelmäßige Kontrolle des privilegierten Zugriffspfads wird verhindert, dass feindliche Bedrohungsakteure ihre Aktionen voranbringen können. Unternehmen sollten streng kontrollieren, auf was Endanwender zugreifen können, Isolationsschichten zwischen Endpunkten, Anwendungen, Benutzern und auch Systemen erzeugen, sowie den Zugang beständig überwachen, um die Angriffsfläche zu verringern.

  1. Das Least-Privilege-Prinzip implementieren

Generell ist es essenziell zu verstehen, wer, wann Zugriff auf welche Ressourcen hat und welche Aktionen ausführen kann. Unternehmen sollten daher das Least-Privilege-Prinzip weitgehend zusammen mit attributbasierten Zugriffskontrollen etablieren, die unternehmensweite Richtlinien mit speziellen Benutzerkriterien verknüpfen, um eine Balance zwischen Schutz und Benutzerfreundlichkeit zu erlangen.

Kein blindes Vertrauen – gerade in Sachen IT-Sicherheit!

Die Perimeter-Sicherheit zerfällt immer mehr. Über kurz oder lang wird eine Umstellung auf Zero Trust unausweichlich sein. Denn der Einfallsreichtum der Bedrohungsakteure scheint ohne Grenzen zu sein. Mit dem Zero-Trust-Modell erhalten Firmen ein aktuelles Schutzkonzept an die Hand, das sowohl innere als auch externe Bedrohungen entscheidend reduziert sowie parallel dazu beisteuert, neue IT-Sicherheitsstandard zu etablieren.

Wollen auch Sie mit dem „Zero Trust“ Sicherheitsansatz Ihre Unternehmensumgebung umformen und von mehr Effizienz und Flexibilität profitieren? Oder haben Sie weitere Fragen zum Themengebiet Zero Trust? Sprechen Sie uns an!

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